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Berufsschule

Die Geschichte unserer Berufsschule

Einleitung

Mit diesen Zeilen möchten wir Ihnen einen Einblick in die geschichtliche Entwicklung des Instituts „Lluïsa Cura“-eCAT-bcn gewähren und zwar von seinen Anfängen als Institution, die sich der Berufsausbildung von Frauen verschrieben hatte, bis hin zu jenem Institut der Sekundarausbildung der heutigen Tage, das sich auf die Ausbildungsprofile Verwaltung, Handel und Tourismus spezialisiert hat.

In dieser Entwicklungsgeschichte möchten wir ganz besonders die katalanische Ausrichtung unserer Schule hervorheben. Denn in den 80ger Jahren konnte die Katalanische Sprache nach einer langen Phase der Unterdrückung wieder ihre führende Rolle als Arbeits-und Lernsprache in den öffentlichen Sekundarschulen zurückgewinnen. Und so kann sich nun auch das Institut, Lluïsa Cura“ eCAT-bcn als katalanische Schule definieren. In der Praxis bedeutet dies, dass Katalanisch die vorherrschende Kommunikationssprache zwischen den Mitgliedern unserer Schulfamilie (Eltern, Lehrkräfte, PAS und Schüler*innen) ist. Ermöglicht wurde und wird dies nach wie vor, durch den kontinuierlichen Einsatz der Leitungsteams und durch die Unterstützung, die dieses in seinen Bestrebungen, von seinen Lehrkräften erfuhr bzw. erfährt.

Sala de Costura

Das Umfeld: Geschichte des Zentrums

Am 4. Dezember 1916 setzten die Testamentsvollstrecker von Frau Lluïsa Cura i Farriols die Stadtverwaltung darüber in Kenntnis, dass diese verstorben sei und dass sie der Stadt Barcelona zwei Drittel ihres Barvermögens mit der Auflage, dieses für einen kulturellen Zweck einzusetzen, vermacht habe.

Die betreffende Klausel in dem am 19.Juli 1909 von Frau Lluïsa Cura verfassten Testament lautete:

„…und zwei Drittel an die Stadt Barcelona, die nach freiem Ermessen des Stadtrates entweder für die Gründung oder für den Unterhalt einer städtischen Schule zu dienen haben.“

Mit seiner Sitzung vom 18.Januar 1917 nahm der Stadtrat das Vermächtnis an und am 10.Oktober desselben Jahres teilten die Testamentsvollstrecker diesem mit, dass sich die für sie von ihrer Mäzenin bestimmte Summe auf 192.981,39 Peseten beliefe und dass diese nur für den Bau eines „Schulhauses für Frauen“ verwendet werden dürfe.

Classe de planxa

Verwendung der vermachten Summe.

In    der    Stadtratssitzung    vom    22.    November    1917    wurde    auf    Vorschlag   der Kulturkommission beschlossen, den Betrag des Vermächtnisses im Sinne der Spenderin in den Bau einer Mädchenschule im Stadtteil Sant Pau zu investieren, also in genau jenem Viertel, in dem die Verstorbene zeitlebens gewohnt hatte. Des Weiteren wurde die Kulturkommission damit beauftragt, das Projekt zu prüfen und einen passenden Standort für dieses neue Schulhaus zu finden und vorzuschlagen.

Der Technische Beirat berichtete in seiner Sitzung vom 20. Dezember desselben Jahres, dass es in dem besagten Viertel keine Grundstücke der Stadtverwaltung für den Bau einer Schule gebe und sollte man dafür in dieser Gegend ein Grundstück erwerben wollen, die Höhe der Spende dafür nicht ausreichen würde. Daher schlug der Beirat als Lösung vor, die Angelegenheit mit der Reformkommission zu erörtern, um durch diese die Übertragung eines Grundstücks zu erleichtern, das sich bereits im Besitz der Stadtverwaltung befand und zwar jenes des ehemaligen Kloster Les Mínimes in C / .del Carme.

Die Kommission leistete diesem Antrag folge und genehmigte auch, dass jener Teil des Gebäudes, der als Jungen-Schule dienen würde, den Namen Milà i Fontanals und jener für die Mädchen den Namen Lluïsa Cura erhalten sollte. Anschließend wurde in allen Zeitungen Barcelonas vom 18. Dezember 1920 die Vergabe der Arbeiten per Ausschreibung bekannt gegeben.

Den Zuschlag für den Bau der Schulen Milà i Fontanals und Lluïsa Cura erhielt am 3. März 1921 zu einem Preis von 1.390.000 Peseten D. Joan Buscà.

Die Verwandten von Frau Lluïsa Cura sollen sich, so Herr Bayer Gaspà, jedoch beim Stadtrat beschwert haben, anmerkend, dass die Kulturkommission in ihrer Entscheidung den Willen der Erblasserin nicht angemessen interpretiert habe.

Lange vor diesen Ereignissen erfolgte 1911 die Gründung der Städtischen Schule für Frauenberufe, die Unterricht in Kunstblumen, Wäsche, Handarbeit und Schneiderei erteilte. Im Jahr 1920 wurde diese Schule umgestaltet und das Angebot um drei Stufen erweitert:

  • die Lehrlingswerkstattschule (von 12 bis 14 Jahren)
  • die Frauenberufsschule (ab 14 Jahren)
  • die Hauswirtschaftsschule (ab 14 Jahren)

In seiner Sitzung vom 27. November 1931 beschloss der Stadtrat eine Umbenennung dieser Schule, die sich in der Ronda de Sant Antoni, 19 befand, in „Lehrlings-und Ergänzungsschule für Frauenberufe“. "Lluïsa Cura".

Während der Zweiten Spanischen Republik entwickelte unsere Schule ein auf den republikanischen innovativen Bildungskonzepten basierendes Schulsystem. Hiermit wurde Katalanisch zu gängigen Kommunikationssprache im September 1939 kam ein Mitteilungsschreiben, das dazu aufforderte, alles Schulmaterial , also Bücher, Hefte,Drucksachen und Werke aller Art, die nicht auf Spanisch verfasst waren, zu verbannen.

Während der Franco-Ära blieb unsere Schule weiterhin eine Schule für Frauen. In den 70er Jahren wurde sie zu einem staatlich anerkannten Berufsbildungszentrum für die Fachrichtungen Friseurwesen und Kosmetik, Chemie, Verwaltung und Bauzeichnen. Im gleichen Jahrzehnt führte die Reform von Dr. Villar Palasí die Koedukation ein, die seit dem Schuljahr 1980/81 auch bei uns Realität ist.

Contingut Exposició

Entwicklung des Bildungssystems und der Schule

Ab 1980, als das allgemeine Bildungsgesetz von 1970 vollständig zur Anwendung kam, begann man, die Relevanz einiger Aspekte der bisherigen Bildungsstruktur in der beruflichen Erstausbildung in Frage zu stellen. Dabei konzentrierte man sich auf die Behebung früherer schulischer Defizite und man setzte sich die Überprüfung der vermeintlich verfrühten Spezialisierung und Professionalisierung der Lernenden zum Ziel.

Im Jahr 1980 - zeitgleich mit einem Wechsel in der Schulleitung –fing man an psychopädagogische Erfahrung in der Behandlung von Schulabbrecher*innen durch die methodische Anwendung der operativen Pädagogik (Anwendung der konstruktivistischen Psychologie von Jean Piaget als Methode der Analyse und Planung von Lernprozessen) zu sammeln. Damit wurde auch die Verwendung des Katalanischen als Arbeits- und Unterrichtssprache gefördert, so dass man allmählich dazu überging, den Unterricht in katalanischer Sprache zu halten.

Darüber hinaus begann man im Rahmen der vom IMEB (Referat für Bildung der Stadt Barcelona) geförderten schulübergreifenden Seminare einen Prozess zur Anpassung der Programme und Inhalte an die Realität einzuleiten. Dabei wurden die Möglichkeiten und Bedürfnisse eines 14-jährigen Schülers untersucht, und festgestellt, dass dieser bisher in der Regel weder die Ziele der Allgemeinbildung erreichen noch seinen persönlichen Reifungsprozess abschließen konnte. Der Bildungsabschnitt von 14 bis 16 Jahren, ehemals FPI (Erstberufsbildung), wurde in den städtischen Berufsschulen in einen Mehrzweck Zyklus mit den folgenden Merkmalen umgewandelt:

  • Übergang    von    der     technischen   Spezialisierung    zu    einer    technischen Mehrzweck Ausbildung.
  • Ausgewogene Gewichtung der verschiedenen Wissensbereiche angesichts des grundlegenden Unterrichts Charakters des Zyklus 14-16.
  • Förderung des Tutoriums als grundlegender Aspekt der Ausbildung.

Dies erforderte eine Umstrukturierung der Werkstätten, ein fächerübergreifendes Arbeiten mit integrativem Ansatz mittels Projekte, eine Änderung der Programminhalte,eine Erneuerung der Lehrmittel und der Ausrüstung, so wie die Einführung neuer Technologien und die Förderung des Übergangs der Lernende in die Arbeitswelt.

Am 22. Februar 1989 richtete das Bildungsreferat ein Schreiben an den Generaldirektor für Bildungsberatung und –innovation. Nach einer Auswertung des bereits reformierten Programms zur Erst Berufsbildung (FPI) und der Reform des zweiten Zyklus der Berufsbildung (FPII) wurde ein rechtlicher Rahmen gefordert, damit diese angedachten Reformen allgemeingültig erprobt werden konnten. Unsere Schule wurde so zur Pionierschule in der Anwendung der neuen Lehrpläne und Ausbildungsmodule. Am 19. April 1989 wurde über das Reformprogramm die Erlaubnis zur Erprobung des neuen Lehrplans für die Jahrgangsstufen 12-16 und 16-18 erteilt. Gleichzeitig wurden die Fachrichtungen Mode und Bauzeichnen in unserem Zentrum eingestellt.

Im Zuge dessen wurden schrittweise die polyvalenten Kurse des 2.Zyklus der ESO (Sekundarpflichtschule) und des FP II (zweiter Zyklus der Berufsausbildung) durch das allgemeine Abitur und durch die Berufsmodule der mittleren und der höheren Ausbildungsstufe ersetzt.. All dies wirkte sich sehr schnell auch auf die Berufsprofile, die an unserer Schule unterrichtet wurden, aus, die sich so einer radikalen Veränderung unterworfen sahen. Dies beschleunigte wiederum die Umgestaltung der Ausbildungsinhalte für unsere Lehrkräfte der Sekundarpflichtschule und die Weiterbildung unserer Lehrkräfte für das Moduls 3 Außenhandel (wie man in der Erprobungsphase diejenigen Module nannte, die man später als Berufsmodule der höheren Ausbildungsstufe kannte.)

Seit den 90er Jahren nimmt die Schule an verschiedenen europäischen Programmen teil, die es ihr ermöglicht haben:

  • mit anderen europäischen Schulen mit dem Ziel, Berufsprofile zu analysieren, zu definieren und zu evaluieren, zusammen zu arbeiten.
  • einen Austausch von Studierenden mit verschiedenen europäischen Ländern mit befristeten Arbeitsverträgen in Unternehmen im Bereich ihres Berufsprofile voranzutreiben.
  • an weiteren Projekten, um Mittel aus Europäischen Fonds für Berufsbildung zu erhalten, teilzunehmen und die ihrerseits zu einer Verbesserung der Schule selbst und letztlich des kommunalen Bildungswesens geführt haben.

Vor Verabschiedung des LOGSE (1990) verabschiedete das Ministerium für Bildung und Wissenschaft das sogenannte „Weiße Buch zur Reform des Bildungssystems“, das eine tiefgreifende Erneuerung des Bildungssystems vorsah.

Am 17. Januar 1990 unterbreitete das Referat für Bildung der Stadtverwaltung Barcelona den Schulleitungen einen Vorschlag zur Festlegung der Struktur der städtischen Sekundarschulen:

  • Stufe 12-16
  • Stufe 16-18. Abitur und Berufsausbildung

Auf der Städtischen Lehrerkonferenz im September 1992 wurde angekündigt, dass die Sekundarschulen durch Berufsfamilien oder Berufsfelder definiert werden sollen, um die Ressourcen effizienter nutzen zu können.

Die ESO (allgemeine Schulbildung in der Sekundarstufe) wird angesichts der Infrastruktur unseres Schulgebäudes allmählich verschwinden. Das Schuljahr 93-94 wird das letzte sein, in dem das Fach Chemie in unserem Zentrum unterrichtet wird. Jetzt, wird es in der Berufsschule Narcís Monturiol unterrichtet. Da die Schule Lluïsa Cura künftig die Berufsprofile Verwaltung und Handel anbieten wird, wird im Schuljahr 94-95 das letzte wissenschaftliche Abitur abgelegt werden und es bleiben lediglich die Fachrichtungen Sozial- und Geisteswissenschaften als Abiturfächer erhalten. Ab dem akademischen Jahr 95-96 verschwinden die Berufsprofile Friseur und Kosmetik, und der internationale Handel wird eingeführt.

Im akademischen Jahr 94-95 sind insgesamt 463 Schüler*innen eingeschrieben, einschließlich ESO, Abitur, Modul 2, Modul 3 und PGS. Das Kollegium besteht aus 46 Lehrern und die PAS aus 4 Personen.

In dem Maße, in dem die experimentellen Module in den endgültigen Lehrplan übergingen, wurden sie zu Ausbildungszyklen, und in unserer Schule wurden die Berufsprofile Verwaltung und Handel unterrichtet. Unsere Schule spielte zudem eine entscheidende Rolle bei der Gestaltung der Lehrpläne für Internationalen Handel und Verwaltung.

Im akademischen Jahr 2001-2002 wurde mit dem Unterricht im Fachbereich Tourismus (Reisebüro und ICT), und 2004-05 mit den Ausbildungszyklen Unterkunfts- und Transportmanagement begonnen.

Gegenwärtig werden am Institut alle Ausbildungszyklen der Verwaltungsfamilie, alle Zyklen der Handelsfamilie und ein Zyklus der Tourismusfamilie unterrichtet.

Sicherlich wäre unsere Mäzenin sehr erfreut, wenn sie sehen könnte, wie ihr Vermächtnis im Laufe der Jahre nicht nur quantitativ sondern auch und vor allem qualitativ Früchte getragen hat. Seitdem haben wir viele Rückmeldungen von Schüler*innen aller Altersgruppen erhalten, die sich immer an den Elan, die Großzügigkeit und die Ausbildung also solche erinnern, die Frau Lluïsa Cura einst anstieß.

Wir sollten jedoch nicht vergessen, dass dieser Weg von einer Gruppe von Personen verfolgt wurde, die von Anfang an das Projekt unserer Schule geglaubt hat. Ein Projekt, das stets mit Hingabe und Enthusiasmus weiterentwickelt wurde in der Überzeugung, dass nur wenn Bildung unter ganzheitlichem Aspekt erfolgt, diese Schule zu einer führenden Institution in Lehre und Wissensvermittlung werden kann. Unser Dank gilt also all jenen, die es uns ermöglicht haben, dorthin zu gelangen, wo wir jetzt sind.

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